Sonnenaufgang

Geologie im Höttinger Graben /Innsbruck

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Ziel dieser Seite ist die Begleitung zu einer geologischen Wanderung im Südwesten der Nördlichen Kalkalpen (NKA) nördlich von Innsbruck/Tirol.
Als Vorbereitung und Einführung für diese Wanderung wird hier ein Überblick über die regionale Geologie im N von Zirl/Tirol gegeben.

Karte Innsbruck
Ausschnitt aus der  Alpenvereinskarte Digital ""Karwendelgebirge West!

Der Standpunkt Höttingergraben befindet sich aus geologischer Sicht am Südrand der Nördlichen Kalkalpen (NKA), die zum Oberostalpin (OOA) gehören. Die Entstehung dieser Deckengebirgskette hat mit Sedimentationsprozessen in der westlichen Tethys im Perm begonnen.

Das OOA besteht aus den NKA und der Grauwackenzone (GWZ). Die NKA und die GWZ sind transgressiv miteinander verbunden und in diesem Verband von S nach N gewandert. Erst später sind dann die NKA nach Norden abgeschert. Auf eine ausführliche Darstellung wird hier verzichtet und auf entsprechende Literatur verwiesen. Nachfolgend wird ein Profil der NKA im N von Innsbruck mit seiner zeitlichen Einordnung in der Trias wiedergegeben:

Sedimentationsabfolgen

Skyth: Alpiner Bundsandstein.  Arides, kontinentales Klima mit fluiatilen, terrigenen Sedimenten
M/O Skyth: Werfener Schichten Als Folge einer Transgression kommt es in einem flachen Schelfmeer zur Wechsel lagerung von Quarziten, Sandsteinen, Schiefern und Kalken.
Anis : Reichenhaller Schichten Wegen de fotschreienden Transgression des Meeres herrscht die Karbonatsedimentation in einem flachen Schelfmeer vor. (Reichenhaller Schichten, Virgloria Fm.)
O/Anis : Steinalmkalk, Partnach-Fm, Reifling-Fm Durch Dehnungstektonik zerbrechen die flachen Schelfe, es bilden sich Infraplatten Becken mit einer Tiefe von etwa 200 m. Es kommt zu einer Faziesdifferenzierung mit Becken und Flachwasser-Sedimentation (Becken-Fazies).
Ladin : Wettersteinkalk-Fm. Fortsetzung der Sedimentation wie im O/Anis mit Riff-und Lagunensedimentation. Die Formation ist 600 bis 1200 m mächtig, riffogene Entstehung auf Algenansiedlungen, vorwiegend von Diploporen. Innerhalb der Riffazies sind die Riffschuttzone des Vorriffs, die massigen Kalke des Riffkernes und die gebankten Kalke des rückseitigen Riffs zu unterscheiden. (Geologie der Alpen - Möbius G., 1997)
Karn :
Tektonik und eine erneute Regression des Meeres führt zu einer erneuten terrigenen Sedimentation.

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Sie besteht überwiegend aus Glaukonit führenden Sandsteinen und Tonschiefern mit Pflanzenresten sowie Karbonatgesteinshorizonten. Eine weitgehend aus knolligen Verwachsungen verschiedener Blaualgenarten (Onkoide) bestehende Schicht wird Sphaerocodien-Onkolith genannt (Geologie der Alpen - Möbus G., 1997)

Nor :
In einem flachen Meer (Lagunenbereich), in seichten landnahen Bereichen unter leicht hypersalinaren Bedingungen kommt es zur Ablagerung von bis zu 2000m mächtigem, bräunlich-grauem Hauptdolomit. Vorwiegend im höheren Niveau sind im Hauptdolomit bis zu einige Zehenermeter mächtige, bituminöse Tonschiefer bzw. Bitumen-Mergel eingelagert. Zu diesen Vorkommen gehören die Seefelder-Schiefer , aus denen schwefelreiche Schwefelöle gewinnbar sind (Möbus G., 1997).

Rhät: Die Bruchtektonik verstärkt sich, es kommt erneut zu Beckenbildungen, es überwiegen die Sedimente der Beckenfazies. Es entstehen die bis zu 350 m mächtigen Kössener Schichten. Sie setzen sich aus fossilreichen, dunklen Mergeln und Tonschiefern zusammen, untergeordnet sind Kalke vorhanden (Geologie der Alpen - Möbus G., 1997).

Ausgangspunkt der geologischen Wanderung ist der Parkplatz beim Gasthaus Gramartboden

Aufschluss 1

DerAufschluss befindet sich im Graben an der orographisch rechten Seite des Baches, wo der Bach eine Gelände-Steilstufe überwindet. Aufgeschlossen sind Kalke der Partnach-Formation:

Kalkschlamm-Sediment mit kieselige Hornstein-Einschaltungen. Bänke vom cm-bis m-Bereich. Siehe Bild

Partnachkalk

Bild:  Partnachkalk von Aufschluss  1

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