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Geologie des Bozner Vulkandistriks
Eine kleine Einführung
248 Ma
286 Ma
360 Ma
Trias
Perm
Karbon
Vulkanismus
Variszische
Gebirgsbildung
Eine ausführliche Geologische Behandlung dieses Themas findet man in den ausgezeichneten Büchern:
Dolomiten, das Werden einer Landschaft
, V.Stingl & M.Wachtler, 1998 Verlagsanstalt Athesia, Bozen
 A.Borsellini, 1998, Verlagsanstalt Athesia, Bozen
 Auf dieser Seite werde ich Allgemeines über die Geologie des Bozner Vulkandistriktes ausführen und dann interessante Aufschlüsse zeigen, die zwischen Waidbruck im Eisacktal und Lana im Vintschgau liegen. Das Ziel dieser Seite soll aber nicht eine detaillierte Erörterung der geologischen Ereignisse im Perm sein, sondern nach einer einfachen Darstellung der Paleogeographie dem interessierten Laien dabei helfen, schöne geologische Aufschlüsse zu finden. Der Schwerpunkt wird auf diesen Seiten daher auf Fotos der Aufschlüsse mit den entsprechenden Hinweisen über deren geographischer Lage liegen. Natürlich stellt sich als erstes die Frage : wann und warum ist es zu so einem extrem starken Vulkanismus in dem heute als Bozner Vulkandistrikt bezeichneten Gebiet gekommen ? Wir müssen ziemlich weit zurück in die Vergangenheit der Erde schauen: Im Karbon (360 - 286 Ma) haben sich durch Kollision Gondwana und Laurussia zum Superkontinenten Pangea vereinigt. Dabei ist es im Rahmen der Variskischen Orogenese zur Bildung eines riesigen Gebirgszuges gekommen, der sich in einem weiten Bogen von E über NW und SW gespannt hat. Durch die einhergehende Stapelung von Decken hat dies zu einer beträchtlichen Verdickung der Erdkruste geführt. In solchen Fällen kommt es durch isostatische Ausgleichsbewegungen und durch Wärmestau unter der Erdkruste mit entsprechender Verdünnung und Anhebung derselben zu einer Extensionstekonik. D.h. die Kruste wird gedehnt, es entstehen Bruchstörungen bei gleichzeitigem Einsetzen der Erosion, die das Gebirge wieder abträgt. Heftiger Vulkanismus begleitet diese als Rifting bezeichnete Tektonik.  Außerdem kommt es durch Absenkungen und Hebungen von Krustensegmenten (Kipptektonik)  zur Bildung von Graben- und Horst Strukturen. In die entstehenden Becken werden während der Phasen vulkanischer Tätigkeiten Laven, Tuffe und Ignimbrite und in tektonisch ruhigen Phasen Erosionssedimente abgelagert. Die Geologen sprechen im Zusammenhang mit diesen Rifting-Vorgängen von einer dextralen Megascherungszone zwischwn Laurasien und Gondwana im Perm. Eine ausführliche Darstellung zum Thema findet man hier.
 Ein Blick auf die nebenstehende Zeitskala die die für den Bozner Vulkanismus maßgebende Epoche darstellt zeigt, dass dieser vor mehr als 250 Millionen Jahren stattgefunden hat, noch vor jener Zeit der Trias in der die Sedimentation der späteren Dolomitgesteine erfolgte und noch weit früher als es beginnend bei ca. 100 Ma (Millionen Jahre) zur Entsteheung der heutigen Alpen kommen sollte. Es ist für uns nicht leicht, aber wenn wir die geologischen Ereignisse des Perm betrachten, müssen wir uns von jeglichen geographischen Vorstellungen der Erde und des Europa von heute trennen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Bozner Vulkanismus in einer Zeit stattgefunden hat, in der der im Karbon entstandene Superkontinent Pangea mit dem mit dem Variskischen Kollisions-Orogen tektonisch nstabil geworden ist (Hitzestau, Abbau des Orogens durch Erosion, Entstehung von Dehnungsstörungen).  Das Grundgebirge  auf dem sämtliche Vulkanite des Bozner Vulkandistriktes aufliegen,  besteht daher überwiegend aus variskischen metamorphen Quarzphylliten.
Nach diesen kurzen aber auch oberfächlichen Ausführungen zur Geologie des Bozner Vulkandistrikts und dem Hinweis auf die für ein besseres Verstehen empfehlenswerte Literatur geht es nun auf der nächsten Seite zum praktischen Teil über.
Brixner Quarzphyllit
Die folgenden Bilder zeigen den Brixner Quarzphyllit, ein variskisches metamorphes Basisgestein:
Unser erster Aufschluss führt uns in das Variszische Grundgebirge, das die Basis sämtlicher Sediment-und Vulkansgesteine des Vulkandistriktes bildet. Der Aufschluss befindet sich an der Staatsstraße SW      von Klausen. Ein Feldweg führt von der Straße zu einem ca. 50 m höher gelegenem anstehenden Felsen.
Lage der geschilderten Aufschlüsse (Ziffern 1 bis 4) Auszug aus der Geologischen Karte von Tirol M 1:300000,Institut für Geographie/ Abt:Landeskunde, Universität Innsbruck, Universitätsverlag Wagner
Brixner Quarzphyllit mit Sigma-Klasten
Brixner Quarzphyllit
Waidbrucker Konglomerat  An der Straße von Waidbruck nach Kastelruth (nur wenige Kilometer nach Kastelruth, an der Südseite der Straße) ist das berühmte Waidbrucker Konglomerat aufgeschlossen: Das Konglomerat besteht hauptsächlich aus gut bis schlecht gerundeten Phyllit- Komponenten und Quarzen. Man kann im Aufschluss auch eine fossile Bachrinnen-Füllung erkennen. 
Waidbrucker Konglomerat
Von Waidbruck fahren wir über Bozen nach Lana  im Etschtal, wo wir uns am nordwestlichen Rand der Bozner Vulkan-caldera befinden. Von Lana nehmen wir die Straße, die auf das Gumpenjoch führt.
Wir befinden uns hier im NW der Bozner Caldera: nach der Entleerung von Magmakammern kommt es wieder  zu Krusteneinbrüchen, diese füllen sich immer wieder auf, es kommt zu neuen Einbrüchen u.s.w.
Lana Konglomerat
Der Aufschluss befindet sich an der Gampenjoch-Straße kurz nach dem Ort Lana. Das Geröll besteht hauptsächlich aus Quarzknauern und kontaktmetamorphen Phylliten und Amphiboliten. Die Aufschlüsse die in den unten stehenden Bildern zu sehen sind  liegen entlang der Straße und können sehr gut beobachtet werden.
Lana Konglomerat mit Abschiebung und Lava-Auffüllung
Beim links gezeigten  Aufschluss (der sich nur kurz nach Lana befindet) sieht man eine Abschiebung an einer Störung im Konglomerat und wie in die dadurch entstandene Senke später Lava eingeflossen ist.
 Abschiebung an einer tekt.Störung  
Ca. 100 Meter weiter südlich vom vorhergehenden Aufschluss ist eine Blocklava aufgeschlossen: das ist eine Lava, mit der sich bereits abgekühlte Blöcke fortbewegt haben. Alle Laven fallen mit ca. 20 Grad nach WSW ein.
Blocklava an der Gumpenjochstr.
Etwa 1 Km weiter in Richtung Gampenjoch erreichen einen weitern interessanten Aufschluss: Das Gestein enthält homogen verteilte rosarote K.Feldspäte, Quarz, wenig grünlichen Plagioklas, Biotit, eine feinkörnige Matrix wobei sich die Kristalle gut von der Matrix abheben.
Lava mit gut sichtbaren K-Feldsp.
Auf der Weiterfahrt Richtung Gampenjoch, kurz vor einemTunnel, kann man hinter dem Drahtgitter eine sehr schöne Fließfalte in der rhyolitischen Lava bewundern. Etwa 200 m nach dem Tunnel in Richtung Gampenjoch findet man Ignimbite, die man allerdings nur durch einen feinmaschigen Maschendraht betrachten kann. Die Gampenjochstraße zurück geht es über die Ortschaft Prissian hinauf zur Kapelle St.Jakob, wo wir die Ignimbrite von Perdonik und eine Bergsturzmasse bewundern können.
Gumpenjochstraße, Fließfalte in rhyolitischer Lava
Von Prissian nach St.Georg
Die Kapelle St.Jakob, die man über Prissian sowohl von Lana als auch von Nals erreicht, liegt auf vulkanischem Gestein am westlichen Rand des Bozner Vulkandistriktes. Am Grissianer Bach, seiht man die aufgeschlossene Grenze Ignimbrit - Grödner Sandstein.
Ignimbrit von Perdonik mit  klastischen Komponenten
Ignimbrit von Perdonik mit Rissen die mit Calcedon ausgefüllt sind
Surge am Grissianer Bach Ca. 80m unterhalb der Brücke über den Grissianer Bach ist Surge aufgeschlossen (siehe Desktop-Variante):
Verwitterter Surge am Grissianer Bach(anklicken!) 
Einzugsbereich der Grissianer Mure
Von der St.Jakobs-Kapelle hat man einen hervorragenden Überblick über das Einzugsgebiet der Muren, die die Ortschft Mals  gefährden.
Geologische Situation: Siehe Destop/Tablet-Variante dieser  Seite. Die Murenproblematik in Zusamenhang mit der geologischen Situation wurde uns vom Südtiroler Landesgeologen Volkmar Meier vermittelt.
Waidbrucker Konglomerat  An der Straße von Waidbruck nach Kastelruth (nur wenige Kilometer nach Kastelruth, an der Südseite der Straße) ist das berühmte Waidbrucker Konglomerat aufgeschlossen: Das Konglomerat besteht hauptsächlich aus gut bis schlecht gerundeten Phyllit-Komponenten und Quarzen. Man kann im Aufschluss auch eine fossile Bachrinnen-Füllung erkennen. 
Ein Blick auf die geologische Zeitskala die die für den Bozner Vulkanismus maßgebende Epoche darstellt zeigt, dass dieser vor mehr als 250 Ma stattgefunden hat.
213 Ma
248 Ma
286 Ma
360 Ma
Trias
Perm
Karbon
Bozner Vulkanismus
Variszische Gebirgsbildung
Das Grundgebirge  auf dem sämtliche Vulkanite des Bozner Vulkandistriktes aufliegen besteht überwiegend aus variskischen metamorphen Quarzphylliten.
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Geologie des Bozner Vulkandistriks
Eine kleine Einführung Diese ist auf der Desktop/Tablet-Version dieser Seiten nachzulesen.
Brixner Quarzphyllit
Unser erster Aufschluss führt uns in das Variszische Grundgebirge, das die Basis sämtlicher Sediment-und Vulkansgesteine des Vulkandistriktes bildet. Der Aufschluss befindet sich an der Staatsstraße SW      von Klausen. Ein Feldweg führt von der Straße zu einem ca. 50 m höher gelegenem anstehenden Felsen.
Brixner Quarzphyllit mit Sigma-Klasten
Brixner Quarzphyllit
Waidbrucker Konglomerat  Einige Kilometer weiter südlich, an der Straße von Waidbruck nach Kastelruth (nur wenige Kilometer nach Kastelruth, an der Südseite der Straße) ist das berühmte Waidbrucker Konglomerat aufgeschlossen: Das Konglomerat besteht hauptsächlich aus gut bis schlecht gerundeten Phyllit- Komponenten und Quarzen. Man kann im Aufschluss auch eine fossile Bachrinnen-Füllung erkennen.
Waidbrucker Konglomerat
Von Waidbruck fahren wir über Bozen nach Lana  im Etschtal, wo wir uns am nordwestlichen Rand der Bozner Vulkan- caldera befinden. Von Lana nehmen wir die Straße, die auf das Gumpenjoch führt.
Lana Konglomerat
Der Aufschluss befindet sich an der Gampenjoch-Straße kurz nach dem Ort Lana. Das Geröll besteht hauptsächlich aus Quarzknauern und kontaktmetamorphen Phylliten und Amphiboliten. Die Aufschlüsse die in den unten stehenden Bildern zu sehen sind  liegen entlang der Straße und können sehr gut beobachtet werden.
Lana Konglomerat mit Abschiebung und Lava-Auffüllung
 Abschiebung an einer tekt.Störung  
Vulkanite an der Gampenjochstraße
Beim links gezeigten  Aufschluss (der sich nur kurz nach Lana befindet) sieht man eine Abschiebung an einer Störung im Konglomerat und wie in die dadurch entstandene Senke später Lava eingeflossen ist.
Blocklava an der Gumpenjochstr.
Etwa 1 Km weiter in Richtung Gampenjoch erreichen einen weitern interessanten Aufschluss: Das Gestein enthält homogen verteilte rosarote K.Feldspäte, Quarz, wenig grünlichen Plagioklas, Biotit, eine feinkörnige Matrix wobei sich die Kristalle gut von der Matrix abheben.
Lava mit gut sichtbaren K-Feldsp.
Auf der Weiterfahrt Richtung Gampenjoch, kurz vor einemTunnel, kann man hinter dem Drahtgitter eine sehr schöne Fließfalte in der rhyolitischen Lava bewundern. Etwa 200 m nach dem Tunnel in Richtung Gampenjoch findet man Ignimbite, die man allerdings nur durch einen feinmaschigen Maschendraht betrachten kann. Die Gampenjochstraße zurück geht es über die Ortschaft Prissian hinauf zur Kapelle St.Jakob, wo wir die Ignimbrite von Perdonik und eine Bergsturzmasse bewundern können.
Gumpenjochstraße, Fließfalte in rhyolitischer Lava
Die Gampenjochstraße zurück geht es über die Ortschaft Prissian hinauf zur Kapelle St.Jakob, wo wir die Ignimbrite von Perdonik und eine Bergsturzmasse bewundern können (siehe   Seite 2).
Von Prissian nach St.Georg
Die Kapelle St.Jakob, die man über Prissian sowohl von Lana als auch von Nals erreicht, liegt auf vulkanischem Gestein am westlichen Rand des Bozner Vulkandistriktes. Am Grissianer Bach, seiht man die aufgeschlossene Grenze Ignimbrit - Grödner Sandstein.
Ignimbrit von Perdonik mit  klastischen Komponenten
Ignimbrit von Perdonik mit Rissen die mit Calcedon ausgefüllt sind
Surge am Grissianer Bach Ca. 80m unterhalb der Brücke über den Grissianer Bach ist Surge aufgeschlossen (siehe Desktop-Variante):
Verwitterter Surge am Grissianer Bach(anklicken!) 
Einzugsbereich der Grissianer Mure
Von der St.Jakobs-Kapelle hat man einen hervorragenden Überblick über das Einzugsgebiet der Muren, die die Ortschft Mals  gefährden.
Geologische Situation: Siehe Destop/Tablet-Variante dieser  Seite. Die Murenproblematik in Zusamenhang mit der geologischen Situation wurde uns vom Südtiroler Landesgeologen Volkmar Meier vermittelt.
Ignimbrit mit Flammen-Strukturen
Schöne Ignimbrite kann man an der Straße von Sirmian nach Nals oberhalb der Schwanburg betrachten. Sie zeigen teilweise schöne Flammen-Strukturen auf.
Ignimbrit mit Flammen-Strukturen