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Geologie der Kalkkögel

Lizumer Tal

Start der Rundwanderung
Schon beim Anstieg zum Hoadlsattel fällt auf, dass auf der Süd-und Nordseite des Lizumer Tales (Bild 1) zwei völlig unterschiedliche Gesteins-Formationen zu sehen sind: im Norden Ötztaler Altkristallin mit Schiefergneis und Gneisglimmerschiefer, im Süden die Karbonate der Kalkkögel mit dem Wettersteindolomit der steil aufragenden Hörzigwand. Die Stufe zwischen der Hörzigwand und dem darüber liegenden Widdersberg (2337m) bilden Raibler Schichten, deren tonige Bänder wohl als Transgressions-Horizont gedient haben.



Richtig interessant wird es, wenn wir die in nebenstehendem Bild mit A0 bezeichnete Mulde unter dem steil aufragenden Hoadlsattel erreichen. Hier findet man Gerölle aller darüber liegenden Gesteinsschichten.



Es folgt hier ein Überblick über die typische Sedimentationsfolge am Nordrand der Kalkkögel (vom Liegenden zum Hangenden):

Von den o.a. Schichtfolgen können wir folgende Aufschlüsse betrachten:

Die Bilder 4 bis 20 zeigen Handstücke der basalen Serien

Aufstieg zum Sattel
Will man Aufschlüsse sehen, von denen die in der Mulde gefundenen Gerölle stammen, so muß man weglos im steilem Gelände zumindest zu den unteren aufgeschlossenen Felsgruppen aufsteigen. Der gesamte Hang ist mit wenigen Ausnahmen mit Vegetation bedeckt. Daher ist der Übergang vom Ötztalkristallin zu den Karbonaten garnicht oder nur schwer zu erkennen.
Bild 21 zeigt eine Übersicht über die NE-Seite des Hoadlsattels,in der mit A0 bis A5 die Aufschlüsse markiert sind, von denen die Bilder stammen.
Bild 23 gibt einen Überblick über die Lage der Aufschlüsse A1 und A3. Bis zum Sattel findet man also in den vereinzelt anstehenden Felsen (A3, A4, A5) basale Gesteine, hauptsächlich Paragneise. Es handelt sich dabei um gefaltete Biotitplagioklasgneise, deren Achsen in etwa Ost-West gerichtet sind.
Besonders interessant ist der Aufschluss A1 der in Bild 24 und in den Auschnitten 24a bis 28 zu sehen ist.
Beim Aufschluss A4 (Bild 21) sind deutliche Faltenstrukturen im Paragneis des ÖK zu erkennen. Schön ist im Faltenkopf die cm-Fältelung mit Glimmer Zwischenlagen (siehe Bild 32b) zu sehen.
Bild 34 zeigt die Lage von Aufschluss A6 unterahlb des Hoadl-Gipfels, in dem man schöne weiße Quarzite findet.

Aufschlüsse am Hoadlsattel

Die im folgenden geschilderten Aufschlüsse liegen über-oder unterhalb des Steiges, der vom Hoadlsattel nach SE zum Hochtennboden und weiter zum Halsl führt.
Aufschluss A5 :
Es ist der kleine Felsrücken an dem sich die Steige zum Hochtennboden und zur Adolf Pichler Hütte trennen. Es handelt sich noch um Biotit-Plagioklasgneise des Ötztalkristallins (siehe Bild 36).
Aufschluss A7 :
Gleich in der Mulde nach dem Paragneis-Rücken trifft man auf das erste Karbonatgestein (Bild 41)
Man kann leicht den hier abfallenden Osthang des Hoadlsattels bis zu 20m hinabsteigen um an vielen Stellen anstehende Karbonatbänder zu sehen (allerdings nur kleine Aufschlüsse) und deren Streichen und Einfallen zu messen.
Aufschlüsse A8 und A8_01 :
Das Gelände um Aufschluss A8 ist eindeutig durch Kalke bzw. Dolomite geprägt. Aufschluss A8_01 (der nur aus einer Zoomaufnahme beurteilt wird) dürfte auch aus gebankten Kalk-/Dolomitgesteinen aufgebaut sein.

Aufschlüsse A9
Aufgeschlossen sind hier Partnach-Schichten mit tonigen Mergeln und Kalk-Marmore. Die Sedimentation hat vom obersten Ladinium (etwa von 230 Ma) bis ins untere Karnium (etwa bis 225 Ma) stattgefunden. Die plattigen Kalke ziehen sich auf einer Schotterreißen vom oberen bis zum unteren Steig, der zur Adolf Pichler Hütte führt. Die Zuordnung der neben dem Steig liegenden und als Träger einer Gedenktafel genutzten Falte muß dem Profigeologen vorbehalten werden. Könnte sowohl der Steinalm-Fm als auch der Reifling-Fm zugerechnet werden. Aus der Lage alleine kann man in diesem Bereich nur schwer Aussagen treffen, da hier durch Auf-und Abschiebungen und Verschuppungen die Gesteinskörper nicht in ihrer Sedimentation-Abfolge vorliegen.

Aufschlüsse A10 bis A15 unter dem Hochtennboden
Das nebenstehende Google-Earth Bild zeigt das Gelände, in dem wir die Aufschlüsse der Bilder 63 bis 77 vorfinden.
Hat man die plattigen Kalke der Partnachschichten überquert, so steht man vor einer schroffen Felswand aus Wetterstein-Dolomit an dessen W-Flanke der Steig vorbeiführt. Einen schönen Blick auf diese Westseite der Kalkkögel zeigt Bild 63.
In Bild 62 (Google-Earth Aufnahme) sieht man besonders gut die von S nach N geradlinig verlaufende Störung/Abschiebung (Graben).
Die Bilder 74 und 75 zeigen die schiefrig-tonigen, schwarzen Gesteine der Raibler-Schichten. Der Raiblerhorizont verläuft also von N nach S durch die Störung und ist dann ein zweitesmal oberhalb des Felsbandes, das zum Hochtennboden überleitet, vorzufinden. Siehe Bild 77
Auf der nächsten Seite setzen wir unsere geologische Wanderung in den Kalkkögeln fort.