Autor dieses Berichtes teilgenommen hat.

Geologie der Kalkkögel

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Priemeswand

Die Aufnahme zeigt rechts die Saile und in Bildmitte die Pfriemes-Wand und das Pfriemesköpfl, das wir hier geologisch besuchen. Das Pfriemes-Member zieht sich fast bis zur Pfriemes-Wand hinauf; diese wird von Wetterstein-Dolomit gebildet; der grüne Sattel wird von den Raibler-Schichten gebildet, die im Hangenden in den Hauptdolomit übergehen.

Das Pfriemesköpfl, das am NE-Auslauf der Kalkkögel liegt, wurde im Rahmen der Tagung der Geologischen Gesellschaft Wien vom September 2003 besucht, an der auch der Verfasser dieses Berichtes teilgenommen hat. Der Bericht zu dieser Exkursion liegt als PDF-Dokument unter dem Titel

Brennermesozoikum: Faziesentwicklung der Mittel- und Obertrias am Nordrand des Brennermesozoikums (Mutterer Alm, Pfriemes-Wand).
vor. Im Bericht ist ein Ausschnitt der Gologischen Karte und ein Profil dargestellt. In der Karte sind die Haltepunkte eingetragen. Auf diese Haltepunkte beziehen sich die hier wiedergegebenen Bilder. Das PDF-Dokument sollte daher bei der Lektüre dieser Seite unbedingte aufgerufen werden. Die Ausführungen hier sind als vor Allem als bildliche Ergänzung zum gezeigten Bildmaterial zu betrachten.

Von der Mutterer Alm zum Pfriemesköpfl
Wir fahren von Mutters mit der Muttereralmbahn auf die Mutterer Alm. Von dort gehen wir über den Steig Richtung Naturfreundehaus auf  das Pfriemesköpfl. Siehe Abbildung 1 im PDF-Dokument. Die Aufschlüsse 2, 3, 4 befinden etwas oberhlb des des Pfriemes-Köpfls unterhalb des Steiges.
Zu Beginn des Aufstieges wandert man über Dolomit-Gestein, das auf Verrucano aufliegt. Dieser ist entlang des Steiges nicht aufgeschlossen. Bald befinden wir uns im Bereich der metamorphen
Virgloria-Formation mit Wühlgefüge (Wurstelkalk). Die Karbonate sind mit Mergeln ( Schlamm ) durchmischt (Bild 2).
Wurstelkalke entstehen in schlecht belüfteten lagunären Bereichen. Später wird die Durchlüftung sukzessive besser, die Kalkproduktion nimmt zu, erst später entstehen die ersten Riffe.
Reiflinger Formation(Bilder 3 und 4): ca. 200m weiter am Steig sieht man Knollenkalke der Reifling Formation; sie liegen teilweise als Kalke-, teilweise als Dolomite vor. Wichtiges Erkennungszeichen ist das Vorhandensein von Silex-Knauern (SiO2). In diesen Gesteinen wurden Conodonten nachgewiesen.

Wir wandern weiter bis auf das Pfriemes-Köpfl wo der Steig nach SW abbiegt. Von hier steigen wir weglos nach Norden zu den Partnach-Aufschlüssen hinab.

Partnachkalke am Pfriemes-Köpfl (U-Karn)
Der Aufschluss befindet sich am nördlichen Fuß des Pfriemes-Köpfl. Es handelt sich um schwarze bis dunkelgraue Kalkmarmore. Immer mehr wechseln sich Tonschiefer- mit Kalklagen (Mergel) ab. Die Abfolgen beginnen mit einer geringen Bankmächtigkeit die dann immer größer wird. Es kann eine fortschreitende Verzahnung mit dem Wettersteindolomit beobachtet werden (siehe Profil im PDF-Dokument). Das Riff hat nach N progradiert. Die Partnach-Formation wird zeitlich dem Unter-Karn zugeordnet. Durch die dominierende Abschiebung nach SE-E hat es eine starke Verringerung der Mächtigkeiten in Richtung SE gegeben.

Pfriemes-Member oberhalb der Partnachschichten
Oberhalb der Wand mit den Partnachkalken bis hinauf zum Steig befinden sich gröbere Detritus-Lagen, die auf eine Flachwasser-Fazies rückschließen lassen. Man findet hier Crinoiden-Stiele, Grünalgen und onkoidisch umkrustete Körner (nur im Dünnschliff zu sehen). Siehe Bilder 12 bis 16.
Über dem Steig befindein sich Plattenkalke des Pfriemes-Members






Abschließend folgen hier für den geologisch interessierten Leser noch ein paar Links zu Seiten, die einen tieferen Einblick in die Tektonik des Brennermesozoikums vom Perm bis heute erlauben:

Zum Abschluss gibt es noch einen schönen lebendigen Gruß vom Halssattel:

Mehlprimel Silberwurz Aurikel Stengelloser Enzian Mehr Bilder und botanische Beiträge findest du hier



Dem Wanderer, der die Rundwanderung mehr mit dem botanischen Auge erleben will, kann ich die Seite
Wandern in den Kalkkögeln empfehlen.